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Software komplett neu schreiben mit modernen UX-Standards

Man merkt Signavio an, dass es vor 10 Jahren entwickelt wurde mit Technologien, die schon damals nicht mehr modernen UX-Standards entsprachen. Wer regelmässig moderne Cloud-Tools nutzt, fühlt sich mit Signavio in die 90er Jahre zurückversetzt. Warum gibt es nirgends Kontextmenus, die man mit Rechts-Klick öffnen kann? Warum braucht es im Explorer überhaupt ein Pull-Down Menu "Bearbeiten"? Müsste alles mit Kontextmenus möglich sein. Drag&Drop geht im Explorer auch nirgends. Warum überhaupt das umständliche Konzept mit Explorer, Editor und Collaboration Hub?

 

Auch die User Interfaces vom Editor, Collaboration Hub und der Kommentierungs-Ansicht sind völlig inkonsistent. Im Editor OK. Die Navigation innerhalb eines Diagramms im Collaboration Hub und in der Kommentierungs-Ansicht ist aber de facto unbrauchbar. Scrolling/Verschiebung innerhalb des Canvas der Kommentierungs-Ansicht ist hakelig auf einem Touchpad mit zwei Fingern. Und wenn man nach links verschieben möchte, blättert man stattdessen sogar im Browser-Tab zurück und muss die Seite mühsam neu laden. Siehe Mindmeister, Miro/Realtimeboard und andere Cloud-Tools, wie man das Verschieben auf einem Canvas umsetzen müsste. Die zwei Pop-up Kommentierungs-Fenster die default-mässig beim Öffnen erscheinen, sind für die User nervig.

 

Die ganze Software-Architektur macht einen komplett veralteten Eindruck, und die User Experience wirkt sehr schwerfällig. Das Gleiche gilt für das Interface-Design. Wenn man die zahlreichen Feature Requests in Ideascale liest, geht es dort immer nur um inkrementelle Verbesserungen. Wenn Sie Ihre Entwicklungs-Ressourcen darauf verzetteln. lösen Sie nicht das fundamentale Problem der Signavio Software. Zudem werden Ihre Entwickler und UX-Designer (haben Sie welche?) so fortlaufend noch betriebsblinder. Schauen Sie sich einmal Cawemo von Camunda an. Das ist intuitiv, schnell und vor allem Lightweight. Signavio wird nicht darum herum kommen, die ganze Software von Grund auf komplett neu zu schreiben, wenn es nicht wie ARIS enden will. Dafür muss es dem UX-Design von Anfang an viel mehr Beachtung schenken und wahrscheinlich völlig andere Technologien verwenden.

Idea No. 1031